Kontakt

Ingenieurkammer Niedersachsen

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Hohenzollernstr. 52
30161 Hannover

Telefon 0511 39789-0

Fax 0511 39789-34

kammer(at)ingenieurkammer.de

Berufsabschluss in Deutschland


Studienabschlüsse

Die Ingenieurkammer Niedersachsen informiert über das Berufsbezeichnungsrecht und prüft auf Anfrage, ob die geschützte Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“ geführt werden darf.

Zentrale Vorschrift ist § 6 Niedersächsisches Ingenieurgesetz (NIngG):

 

§ 6 Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“

Eine Person, die in Niedersachsen einen Wohnsitz oder eine berufliche Niederlassung hat oder ihren Beruf ganz oder teilweise, aber nicht nur vorübergehend und gelegentlich, in Niedersachsen ausübt, darf die Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“ führen, wenn sie

1. im Inland

a) an einer Hochschule ein Studium in einem Studiengang in einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung, die zu mindestens 70 Prozent von den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geprägt ist, mit einer Regelstudienzeit von mindestens drei Studienjahren,

b) an einer Hochschule ein Studium in einem Studiengang der Fachrichtung Agrar- oder Wirtschaftsingenieurwesen, die überwiegend von den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geprägt ist, mit einer Regelstudienzeit von mindestens drei Studienjahren oder

c) an einer anderen staatlichen oder staatlich anerkannten Ausbildungseinrichtung eine Ausbildung, die zu einer gleichwertigen Berufsqualifikation führt,

erfolgreich abgeschlossen hat,

2. nach dem Recht eines anderen Bundeslandes zum Führen der Berufsbezeichnung berechtigt ist,

3. bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes zum Führen der Berufsbezeichnung berechtigt war,

4. durch eine deutsche Behörde die Berechtigung erhalten hat, die Bezeichnung „Ingenieurin (grad.)“ oder „Ingenieur (grad.)“ zu führen, oder

5. über eine Genehmigung der Ingenieurkammer nach den §§ 7 bis 9 verfügt.

 

Dabei gelten die Ziffern 1 - 5 für Personen, die Abschlüsse im Inland nachweisen können. Es kommt nicht auf die Staatsangehörigkeit an, sondern darauf, wo die Bildungsabschlüsse erzielt wurden.

Grundsätzlich darf nach Ziffer 1 die Berufsbezeichnung führen, wer ein mindestens dreijähriges Studium absolviert hat. Außerdem muss es sich um ein Studium in einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung handeln. Grund für diese einfach klingende, aber im Detail durchaus komplexe, Regelung ist, dass der akademische Grad „Dipl.-Ing.“ nicht mehr vergeben wird (bis auf wenige Ausnahmen) und daher die Berufsbezeichnung nicht mehr an diesen akademischen Grad geknüpft werden kann.

Der Bachelor-Abschluss als erster berufsqualifizierender Abschluss führt bei einem erfolgreichen Abschluss (B. Eng., B. Sc.) aber nur dann zur geschützten Berufsbezeichnung, wenn der Studiengang als „technisch-naturwissenschaftlich“ definiert werden kann. Das Gesetz selbst gibt hierfür eine Auslegungshilfe: Der Studiengang muss zu mindestens 70 Prozent von den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (abgekürzt MINT-Fächer) geprägt sein.

Die Ingenieurkammer ist Ihr Ansprechpartner in diesen Fragen. Gerade Absolventen und Berufsanfängern bietet die Ingenieurkammer an, die o.g. Prüfung vorzunehmen und stellt eine entsprechende Bescheinigung aus („Ingenieururkunde“, die bei Bewerbungen oder Neueinstellungen vorgelegt werden kann.

Selbstverständlich beantworten wir gerne auch die Anfragen von Arbeitgebern, Verwaltungen und Ingenieurbüros.

Ansprechpartner/in

Kristina Stefaniuk
Sekretariat
0511 39789-42
E-Mail

Andere Fälle

Für die Absolventen der Wirtschaftsingenieurstudiengänge wurde in Ziffer 1b) des § 6 NIngG eine Sonderreglung vorgesehen. Auch sie dürfen bei Vorliegen der Voraussetzungen die Berufsbezeichnung führen.

Ist eine Ausbildung nicht an einer Hochschule absolviert worden, so kann sie, wenn sie einem Studium gleichwertig ist, ebenfalls zum Führen der Berufsbezeichnung berechtigen – dieses ist in jedem Fall gesondert zu prüfen.

Mit der Regelung in Ziffer 3 nimmt das Gesetz auf die Personen Rücksicht, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes, also vor dem 30.09.2017, die Berufsbezeichnung berechtigterweise führen durften.

Für Gesellschaften und Firmen von Ingenieuren gelten die Sonderreglungen des § 1 Abs. 2 und 3 NIngG. Die Bezeichnung „Ingenieur“ im Firmennamen darf nur verwendet werden, wenn eine Irreführung oder Verwechselung mit der geschützten Berufsbezeichnung ausgeschlossen werden kann.

Wenn Sie bereits in einem anderen Bundesland eine Bescheinigung erhalten haben, wonach Sie die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ führen dürfen, so gilt diese auch für Niedersachsen.