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Universität Hannover - Institut für Stahlbau

Campusbesuch am Institut für Stahlbau an der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr.-Ing. Peter Schaumann

Wie es dem Thema Stahlbau geziemt, finde ich Prof. Schaumann mit seinem Institut in einem 17-stöckigen Hochhaus auf dem Unicampus. Seit 1996 ist er an die Universität berufen und fungiert dort nun als Leiter des Instituts für Stahlbau. Im Februar 2016 feierte er sein 20-jähriges Jubiläum an der Leibniz Universität. Im Jahre 2009 gewann er mit seinem Team den Sonderpreis “proKlima“ mit dem Konzept “Sandwichtower“ beim Wettbewerb „StartUp-Impuls“ von hannoverimpuls und der Sparkasse Hannover, und seit 2010 ist er Standortleiter Tragstrukturen am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES).

Die Fakultät für Bauingenieurwesen ist vergleichsweise groß, rund 300 Studienanfängerinnern und Studienanfänger kommen jedes Jahr neu dazu. Hier geht es um Bau und Konstruktion von Hochhäusern oder Brücken und Windenergieanlagen in Stahlbauweise. Im Curriculum finden sich Themen wie Stabilität, Tragwerksbau, Berechnung und Konstruktion von Brücken. Die Absolventen des Institutes für Stahlbau landen in ihrer beruflichen Laufbahn nicht selten in international agierenden Unternehmen. Sehr wertvoll ist der gute Kontakt zur Firma Siemens im Bereich Offshore Windenergie. Siemens ist darin derzeit Weltmarktführer. Ähnlich sieht es im Bereich der Solarenergie aus. Auch hier sind Absolventen der Leibniz Universität tätig.

Steigender Frauenanteil

Der Anteil der Mathematik ist in diesem Fachbereich sehr hoch, das scheint weder weibliche noch männliche Studierende von der Entscheidung für dieses Studienfach abzuhalten. Der Frauenanteil ist kontinuierlich gestiegen. Als Prof. Schaumann hier an der Universität anfing, lag dieser bei ca. zehn Prozent. Heute ist ein Drittel der Studierenden weiblich.

Die Ingenieurwissenschaften sind ein klassisches Aufsteigerfach, die Berufslaufbahn als Ingenieur ebnet den Weg zu sozialem Aufstieg und guten Verdienstmöglichkeiten, erklärt Prof. Schaumann: bereits mit mittleren Abschlüssen kann man es zum Firmenleiter bringen, sich selbständig machen oder in Führungspositionen großer Unternehmen Arbeit finden.

Absolventen von ihm sind heute in großen Baufirmen wie z. B. bei Holzmann, Hochtief, Bilfinger Berger beschäftigt oder arbeiten in der Stahlproduktion bei Thyssen, Krupp oder Klöckner. Einige haben auch im Öffentlichen Dienst Beschäftigung gefunden und arbeiten heute als BIM-Statiker (Tragwerksplaner) oder befassen sich mit Themen wie Energieeffizienz und Brandschutzplanung.

Die Institutsleitung ist gut vernetzt, kümmert sich um Drittmittel und steht in gutem Kontakt mit den Ingenieurverbänden. Jedes Jahr werden intensiv HSP-Mittel (Hochschulsonderprogramme) und Drittmittel in Höhe von zuletzt 10 Mio. Euro eingeworben, die in die Verbesserung der Lehre und Aufstockung des Personals fließen. Dennoch hat man hat sich in den letzten Jahren thematisch konsolidieren müssen, der Schiffbau wurde eingestellt und auch das Verkehrswesen wird nun nicht mehr angeboten. Dieses gibt es jedoch nicht weit von Hannover entfernt in Braunschweig.

Leibniz Universität Hannover, Institut für Stahlbau