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Freie Berufe

Der Freie Beruf ist in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten verankert. In Deutschland gibt es derzeit über eine Million selbständige Freiberufler, die sich in die Berufsgruppen der Heilberufe (Ärzte, Zahnmediziner und Apotheker), rechts-, wirtschafts- und steuerberatende Freiberufler (Rechtsanwälte, Wirtschaftsberater und –prüfer, Steuerberater), die Berufsgruppe der Architekten und Ingenieure sowie die Angehörigen der Freien Kulturberufe untergliedern lassen.

Freie Berufe

Gemeinsam beschäftigen die Freien Berufe über drei Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften über zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. In jüngster Zeit hat die Diskussion über die Freien Berufe und den Begriff der Freiberuflichkeit durch Einflüsse aus der EU Auftrieb gewonnen.

Zu den Freien Berufen gibt § 1 Partnerschaftsgesellschaftsgesetz folgende Definition:

„Die Freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachliche unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt.“

Zu den in § 1, Satz 2 Partnerschaftsgesellschaftsgesetz genannten Berufen gehört auch der Berufsstand der Ingenieure. Auch im Steuerrecht, § 18 Einkommenssteuergesetz, werden die Freien Berufe genannt:

„(1) Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind

  1. Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit.
  2. Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe.
  3. Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird.
  4. Eine Vertretung im Fall vorübergehender Verhinderung steht der Annahme einer leitenden und eigenverantwortlichen Tätigkeit nicht entgegen; ….“

Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit

Das Wesen des Freien Berufes ist geprägt durch die Entscheidungsfreiheit und das eigenverantwortliche und unabhängige Handeln der Berufsträger. Diese sind frei in der Festlegung ihres fachlichen Urteils und tragen die volle Verantwortung für ihr Handeln. Allein die Festlegung im Steuerrecht reicht zur Umschreibung der Freiberuflichkeit nicht aus. In aller Regel sind Freiberufler zwar auch wirtschaftlich selbständig. Die Rechtsform des Arbeitsverhältnisses ist nicht relevant, solange die Unabhängigkeit der fachbezogenen Urteilsbildung des Freiberuflers gesichert ist. Daher kann die Ausübung auch in einem Angestellten- oder Beamtenverhältnis erfolgen. Der Begriff der Freiberuflichkeit ist daher viel weiter zu verstehen als sich dieses aus den Definitionen der o. g. Gesetze ergibt, sondern folgt dem Selbstverständnis des Berufsbildes.

Der Bundesverband der Freien Berufe hat 2009 anlässlich des Tages der Freien Berufe – 60 Jahre BFB – zehn Leitsätze aufgestellt: Selbstverständnis und Grundsätze

Ihr Ansprechpartner:

Jens Leuckel

Telefon 0511 39789-11

jens.leuckel@ingenieurkammer.de
 
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